organicXML - Datenstandard zur Rückverfolgbarkeit und Herkunftssicherung von Bioprodukten
organicXML wurde im Rahmen eines Projektes des Bundesprogramms Ökologischer Landbau entwickelt. An der Entwicklung des Datenstandards sind neben dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau e.V. (FiBL) Erzeugergemeinschaften, Kontrollstellen, Verbänden sowie Verarbeitungs- und Handelsunternehmen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz vertreten.
Mit organicXML steht nun ein Datenstandard zur Rückverfolgbarkeit und Herkunftssicherung von Bioprodukten zur Verfügung. Der Datenstandard ermöglicht es datenbankgestützte Rückverfolgbarkeitssysteme über die gesamte Wertschöpfungskette aufzubauen. Mit dem Standard wird definiert, welche Daten im welchem Format die Produkte von der Erzeugung über die verschiedenen Handels- und Verarbeitungsstufen begleiten. Der Datenstandard wurde inzwischen in ein XML-Schema überführt und steht Softwareherstellern als Grundlage für die Implementierung von Schnittstellen zur Verfügung.
An der Entwicklung des Standards sind derzeit folgende Institutionen beteiligt:
- ABCert GmbH
- bio.inspecta
- Bioland Erzeugerring
- BÖLW
- fab4minds GmbH
- Geschäftsstelle des Bundesprogramms ökologischer Landbau
- GS1 Germany (vormals CCG)
- Helm-Software
- Intact GmbH
- KTBL
- Naturland Marktgesellschaft
- tegut... gute Lebensmittel
Um die Kompatibilität mit anderen relevanten Datenstandards zu gewährleistentn erfolgt eine Zusammenarbeit mit den dafür zuständigen Institutionen. Insbesondere sind dies EAN/UCC von GS1 Germany (vormals CCG) und agroXML von KTBL und der Fachhochschule Bingen.
Inzwischen wird organicXML in verschiedenen Anwendungen eingesetzt. So werden Daten aus dem Warenwirtschaftssystem der Naturland Marktgesellschaft „Navision“ und dem Rückverfolgbarkeitssystem FlowWeb der Firma Intact aus Österreich per organicXML-Schnittstelle an www.bio-mit-gesicht.de übergeben.
Weiterhin entspricht die Datenbasis der bioC-Datenbank der aktuellen Beschreibung des organicXML-Datenstandards. Damit besteht die datenbanktechnische Vorraussetzung, den Datenstandard organicXML unterstützen zu können. Über eine eingerichtete XML Schnittstelle wird eine automatisierte Überprüfung möglich, ob ein Unternehmen in der bioC-Datenbank gelistet ist und damit dem Kontrollverfahren gemäß Eu-Öko-Verordnung unterliegt.
Mit dem entwickelten XML-Schema besteht die Möglichkeit, als Voraussetzung für den automatischen Datenaustausch, Schnittstellen zwischen den Marktbeteiligten einer Wertschöpfungskette zu entwickeln. Damit können die Daten über die gesamte Wertschöpfungskette mitgeführt werden.
Ferner besteht die Möglichkeit, Datenbanksysteme der Wirtschaftsbeteiligten an Rückverfolgbarkeitssysteme anzubinden und Informationen an Verbraucherinformationsportale wie www.bio-mit-gesicht.de weiterzugeben. Werden die Schnittstellen auf Basis von organicXML entwickelt, ist die Kompatibilität sicher gestellt. Darüber hinaus kann eine Datenverifikation durch die Kontrollstellen ebenfalls automatisch erfolgen, sofern die Kontrollstellen auf Basis von organicXML in ihre Kontroll- und Zertifizierungssoftware Schnittstellen implementiert haben. Einfache Verifizierungsabfragen können auch über das zentrale Verzeichnis der kontrollierten Unternehmen www.bioC.info erfolgen, sobald dort die geplante Implementierung von organicXML abgeschlossen ist.
Durch die Abstimmung der Entwicklung von organicXML mit agroXML ist gewährleistet, dass zukünftig auch landwirtschaftliche Betriebsdokumentationssysteme mit agroXML-Schnittstelle die Datenbanksysteme der Abnehmer bedienen können.

